Das Klärwerk in Fritzens klärt auf ...

weil es mehr kann, als man denkt.

 

 

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Das Klärwerk Fritzens macht aus Abwasser mehr als nur klares Wasser   es produziert sogar Strom und Wärme. Als verlässliches Mitglied der Energiegenossenschaft Fritzens und Umgebung eGen stärkt es die regionale, nachhaltige Energieversorgung. 

Diese Luftaufnahme zeigt die beeindruckende Anlage inmitten der Tiroler Bergwelt. Hier verschmelzen moderne Technik und Natur zu einem Vorbild für die Kreislaufwirtschaft.

Vom Alltagswasser zur Herausforderung  

Jeder Spülgang, jede Dusche und jeder Waschgang erzeugen Abwasser aus Haushalten, Gewerbe und Industrie. Täglich fließen 18.500 Kubikmeter aus 16 Gemeinden mit rund 60.000 Einwohner:innen in die Kläranlage Fritzens. Vergleichbar ist diese Menge mit 2 Fußballstadien voll Abwasser.

Zuerst fangen Rechen und Fettfänge groben Schmutz ab. Dann kümmern sich Mikroorganismen um den Rest und bauen über 95 Prozent der Schadstoffe ab, sogar Mikroplastik. Nach strenger Prüfung fließt das Wasser sauber in den Inn zurück. 

Strom aus dem was übrig bleibt

Die Anlage braucht viel Energie: 3,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr für den Dauerbetrieb. Doch sie dreht den Spieß um. Organische Stoffe aus Abwasser und Speisereste landen in zwei großen Faulbehältern. Bakterien verwandeln sie in 2,2 Millionen Kubikmeter Biogas jährlich. Dieses treibt Blockheizkraftwerke an und liefert Strom und Wärme. Mit Solaranlagen (250 kWp) und einem Abwasserkraftwerk entstehen insgesamt 4,3 Millionen kWh Ökostrom. Das Klärwerk in Fritzens versorgt sich somit selbst und gibt Überschuss an die Energiegenossenschaft Fritzens und Umgebung weiter. 

Schlamm wird zur Wärmequelle

Was vom Reinigungsprozess bleibt, ist Klärschlamm mit Rückständen abgestorbener Mikroorganismen. Er wird eingedickt, gefault, entwässert und zu geruchlosem Granulat getrocknet. Ein echter Energieträger! Per Zug geht es nach Wien, wo es Fernwärme für 300 Haushalte erzeugt. Nichts geht verloren, alles wird genutzt. 

Gewässerschutz trifft Energiewende

Der Abwasserverband mit seinem Klärwerk schützt den Inn und sorgt für top Wasserqualität. Gleichzeitig boostet es die lokale Energiewende als Schlüsselplayer der Energiegenossenschaft. So entsteht aus notwendiger Infrastruktur ein Gewinn für Umwelt, Region und Kunden.